Paul Schöps stand beim Spaziergang um den Froschteich neben der Sachsenstube Rede und Antwort.

Interview mit

Paul Schöps (27 Jahre)

 

Hallo Paul.

Vor dem Spiel gegen Ralbitz/Horka wurdest du als bester Spieler der Aufstiegssaison ausgezeichnet. Zwei Wochen später ist dein Kreuzband gerissen und jetzt bist du Trainer in der Kreisoberliga. Innerhalb weniger Monate hast du mehr erlebt als die meisten anderen, dabei bist du erst 27 Jahre alt. Hättest du dir diese Entwicklung je so rasant vorstellen können?

 

Grüß dich Franz. Was für ein schöner Samstag oder? (lächelt) Nein ernsthaft - wenn mir eine Wahrsagerin am Tag der Auszeichnung gesagt hätte, dass ich 3 Monate später das Traineramt übernehmen werde (kurze Pause) naja du kannst dir ja denken, wie ich reagiert hätte. 
Es sind wirklich eine Menge Dinge in den letzten Monaten passiert. Natürlich hat mich der Kreuzbandriss nicht nur persönlich getroffen und im wahrsten Sinne des Wortes verletzt - mir tat es auch für die Mannschaft extrem leid. Wieder ein Aufstieg und wieder kann ich, wie 2012, auf Grund einer schweren Verletzung nicht um den Klassenverbleib mit fighten. Nach der Diagnose und der anschließenden OP ist mir klar geworden, dass ich auf eine andere Art und Weise mit helfen muss! Daher die logische und doch schwierige Entscheidung, dies in Form des Cheftrainers erreichen zu wollen.
Aber um noch einmal auf deine Kernfrage zurückzukommen:
Nein, ich hätte der Wahrsgerin einen Vogel gezeigt.

 

Dein junges Alter bringt natürlich noch eine weitere Schwierigkeit mit sich - viele deiner Spieler sind älter als ihr Chef! Jetzt könnte man glauben, dass da der Respekt fehlt. Musstest du schon einmal mit der Faust auf den Tisch hauen?

 

Ja, das hat bei mir im Vorfeld auch leichte Bauchschmerzen verursacht. Aber allen Befürchtungen entgegen spielt das Alter, egal ob meines oder das der Spieler, überhaupt keine Rolle im Team. Die Spieler akzeptieren mich als Teil des Teams. Selbst wenn härtere Einheiten anstehen, ziehen alle ohne erkennbares bzw. hörbares "Rumnölen" mit. Was in der Kabine oder unter der Dusche diskutiert wird, kann ich natürlich nicht sagen. (lacht) 
Ach, und mit der Faust auf den Tisch zu hauen ist nicht so mein Ding - klare Ansagen hingegen schon!

 

Dein großer Vorteil ist, dass du die Mannschaft seit Jahren in und auswendig kennst. Wie weit konntest du deine Vorstellungen bisher umsetzen?

 

Für mich ein Vorteil - für meine Spieler eher weniger. Die Vorbereitung war mit 3 Wochen etwas kurz, um meinen "Masterplan" umzusetzen, aber die Jungs haben sehr viele und intensive Trainigstage hinter sich. Weitesgehend mit 3 oder 4 Einheiten in der Woche. Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit Einsatzbereitschaft, Wille und der Beteiligung im Allgemeinen. Mannschaftsteil- und gesamtheitliche Taktiken studieren wir step by step ein. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen.
 

Du hast die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz übernommen und sollst sie möglichst zum Klassenerhalt führen. Das Unentschieden zum Auftakt gegen den direkten Konkurrenten hat die Situation nicht grundlegend geändert. Ist das Team zu verunsichert oder sind die Probleme anderer Natur und wie kann das Selbstvertrauen gesteigert werden?

 

Ich denke, es ist eine Mischung aus Allem. Natürlich gibt es eine gewisse Verunsicherung - du stehst als Aufsteiger auf dem letzten Tabellenplatz mit dem schwächsten Angriff der Liga. Da werden bei einigen vielleicht auch Erinnerungen an das letzte mal in der KOL wach. Also auf den Punkt gebracht - die Psyche spielt natürlich eine Rolle. Die andere Seite ist die fußballerische, da ist auf jeden Fall noch Luft, ohne dass ich jetzt ins Detail gehen möchte.
 

Als Co-Trainer hast du dir Steffen Kloß ausgewählt, den Verantwortlichen der zweiten Mannschaft. Ein logischer Schritt oder aus der Not geboren?

 

Ein für mich logischer und notwendiger Schritt. Aber auf keinen Fall aus der Not geboren. Steffen als Co-Trainer zu  installieren war eine meiner Bedingungen. Jedoch besteht mein Kompetenzteam aus mehreren Personen, die an bestimmten Entscheidungen Einfluss nehmen. Mit Andreas scharff als Betreuer und Kai Jakobitz in Funktion des Fitnesscoachs beraten wir uns regelmäßig. 

Auch durch Einzelgespräche mit Spielern hole ich mir Feedback, das ist mir sehr wichtig!
 

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für die restliche Rückrunde.

 

Danke. Ich wünsche dir und dem Verein, dass du noch viel Positives auf der Homepage über den FSV berichten kannst. (zwinkert)